
Samstag, 5. September 2026, 17.00 Uhr
Kollegium Gambach, Freiburg
© Michael Reinicke
Julius
Asal
Exklusivkünstler bei Deutsche Grammophon Julius Asal
ist ein mutiger und neugieriger Künstler, der mit Hingabe
neue Welten erobert und spannend andere Perspektiven
auf scheinbar altbekannte Werke auftut.
CHF 50 (I) ∙ CHF 40 (II)
CHF 25 (Junior 17-25) ∙ CHF 10 (Kids 5-16)
1 Getränk
inklusive
Julius Asal
Julius Asal begreift das Klavier als Denkraum. Sein Spiel entsteht aus einer Haltung des Forschens und Gestaltens – konzentriert, wach und von struktureller Klarheit geprägt. Bereits als Kind improvisierte er frei und spielte Gehörtes intuitiv nach, lange bevor er regulären Unterricht erhielt. Diese frühe, nahezu selbstverständliche Vertrautheit mit Klang und Form prägt sein Musizieren bis heute: flexibel im Ausdruck, analytisch durchdrungen und zugleich von unmittelbarer Präsenz.
Improvisation ist für Asal kein Zusatz, sondern Ursprung seines künstlerischen Denkens. Sie schärft seinen Blick auf Proportion, Dramaturgie und innere Architektur eines Werkes. Programme konzipiert er als Spannungsfelder, in denen Epochen miteinander in Beziehung treten und verborgene Linien sichtbar werden. Eigene Transkriptionen und Kompositionen erweitern dabei das Repertoire nicht dekorativ, sondern konsequent aus einer inhaltlichen Idee heraus. So entsteht eine künstlerische Handschrift, die reflektiert, präzise und unverwechselbar ist.
Aufgewachsen als ältester Sohn einer Musikerfamilie im Taunus bei Frankfurt am Main, studierte Julius Asal an der Hochschule für Musik «Hanns Eisler» Berlin sowie an der Kronberg Academy. Zu seinen prägenden Mentoren zählen Eldar Nebolsin und Sir András Schiff; weitere künstlerische Impulse erhielt er von Musikern wie Alfred Brendel, Gidon Kremer und Menahem Pressler.
Seit 2023 ist Julius Asal Exklusivkünstler der Deutschen Grammophon. 2024 wurde er von BBC Radio 3 als New Generation Artist für eine zweijährige Zusammenarbeit ausgewählt und von Classic FM zum Rising Star ernannt. 2025 folgte der Terence Judd-Hallé Award, mit dem jährlich ein herausragender Pianist aus dem Kreis der BBC New Generation Artists ausgezeichnet wird.
Asal gastiert heute in bedeutenden Konzertsälen und bei internationalen Festivals, darunter die Wigmore Hall London, der Wiener Musikverein, die Elbphilharmonie Hamburg, die Suntory Hall Tokio, das Seoul Arts Center, das Klavier-Festival Ruhr, das Rheingau Musik Festival, die Sommets Musicaux de Gstaad und das Davos Festival. In jüngster Zeit debütierte er unter anderem im Tokyo Metropolitan Theatre, in der Alten Oper Frankfurt sowie als Solist mit der Academy of St Martin in the Fields, dem BBC Concert Orchestra und dem BBC Symphony Orchestra. Weitere Engagements führen ihn unter anderem ins Concertgebouw Amsterdam und erneut in die Wigmore Hall; hinzu kommen Auftritte mit renommierten Orchestern wie dem Hallé Orchestra.
Ein besonderer Moment seiner jüngeren Laufbahn war 2025 sein kurzfristiges Einspringen für Evgeny Kissin: Mit dem Orchestra del Teatro Comunale di Bologna unter Andrey Boreyko spielte Asal Skrjabins Klavierkonzert fis-Moll op. 20. Dass ausgerechnet dieses Werk dabei im Mittelpunkt stand, fügt sich in eine intensive Beschäftigung mit Skrjabin ein, die sich seit Jahren durch Asals künstlerische Arbeit zieht.
Sein Debütalbum mit Werken von Sergei Prokofjew und eigenen Transkriptionen aus Romeo und Julia erschien 2022 bei IBS Classical und fand internationale Beachtung. Mit Scriabin – Scarlatti legte Asal 2024 sein erstes Album für Deutsche Grammophon vor. Die ungewöhnliche Gegenüberstellung verbindet Skrjabins Erste Klaviersonate, Préludes und eine Etüde mit Sonaten Domenico Scarlattis und macht hörbar, was auch Asals Konzertprogramme bestimmt: Nicht Chronologie oder Stilgeschichte geben die Dramaturgie vor, sondern innere Verwandtschaften zwischen Werken, die auf den ersten Blick weit voneinander entfernt erscheinen.
Mit Siena Tapes führte er diesen Gedanken 2025 weiter und zugleich in eine neue Richtung. Das Album entstand in der Chapel of the Sun auf dem Anwesen des amerikanischen Produzenten Rick Rubin bei Siena. Werke Maurice Ravels treten darin in einen Dialog mit Asals eigenen Stücken Prélude (3191) und Cascades I–III sowie einer Komposition von Christian Badzura. Was ursprünglich als Hommage zum 150. Geburtstag Ravels gedacht war, entwickelte sich während der Arbeit zu einem persönlichen Projekt, in dem Interpretation, Improvisation und Komposition ineinander übergehen.
Auch seine Beschäftigung mit Skrjabin erhielt 2025 eine neue Dimension: Für Deutsche Grammophon spielte Asal dessen Klavierkonzert mit dem Danish National Symphony Orchestra unter Fabio Luisi ein. Damit steht neben seinen solistischen und improvisatorischen Projekten inzwischen auch eine bedeutende Einspielung mit Orchester in seiner Diskografie.
Dass Improvisation für Asal nicht auf das Aufnahmestudio beschränkt bleibt, zeigt sich immer wieder auf der Bühne. Bei seinem Debüt im Seoul Arts Center ebenso wie bei der Yellow Lounge der Deutschen Grammophon verband er klassische Werke mit improvisierten Passagen und liess Übergänge im Augenblick entstehen. Für Asal bedeutet Improvisation dabei nicht den Gegenpol zur Interpretation: Beide entspringen demselben Bedürfnis, musikalische Strukturen von innen heraus zu erfassen und im Moment neu lebendig werden zu lassen.
Le Monde beschrieb die Wirkung seiner Interpretationen als «fesselnde Fremdartigkeit» und sprach von den «geheimen und feinen Allianzen des Julius Asal». Vielleicht liegt gerade darin das Charakteristische seiner Kunst: Asal sucht nicht das Neue um seiner selbst willen. Er entdeckt Verbindungen, wo zuvor keine sichtbar schienen – zwischen Komposition und Improvisation, Vergangenheit und Gegenwart, analytischer Klarheit und der Freiheit des Augenblicks.


Samstag, 5. September 2026, 17.00 Uhr
Kollegium Gambach, Freiburg
Programm:
Sergei Prokofiev (1891–1953)
Romeo und Julia. Zehn Stücke für Klavier op. 75
Ausgewählte Szenen
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Romeo am Brunnen — Klaviertranskription von Julius Asal
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Pater Lorenzo
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Madrigal — Klaviertranskription von Julius Asal
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Tybalt erkennt Romeo — Klaviertranskription von Julius Asal
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Mercutio
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Tanz der Mädchen mit den Lilien
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Romeo und Julia vor dem Abschied
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Tanz der Ritter
Nr. 2, 5–8: Klavierfassungen von Sergei Prokofiev.
Weitere Werke und Improvisationen werden von Julius Asal im Verlauf des Konzerts angekündigt.
Auch als Interpret überzeugt Asal auf ganzer Linie, denn er jongliert
Ein starkes, mutiges Statement eines hochbegabten Newcomers."
CD "Prokofiev: Romeo & Juliet", CD-Kritik, In: Rondo, 2022

SIENA TAPES
Veröffentlichung: 5. September 2025
Julius Asal bringt anlässlich des 150. Geburtstags von Maurice Ravel Werke des französischen Komponisten in einen lebendigen Dialog mit eigenen Improvisationen. SIENA TAPES vereint Ravels „Jeux d’eau“, „Prélude in a-Moll“, „Menuet sur le nom de Haydn“ und „À la manière de Borodine“ mit Asals „Prélude (3191)“ und „Cascades I-III“. Das Album wurde in der Toskana auf dem Anwesen des US-Produzenten Rick Rubin aufgenommen und erscheint am 5. September 2025 sowohl digital als auch auf CD und Vinyl. „Es gibt Orte, an denen man am liebsten bleiben und weiterspielen würde, auch wenn das Publikum schon längst nach Hause gegangen ist“, sagt der Pianist. „Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass die Töne in diesen Mauern ewig nachklingen könnten.“


SCRIABIN - SCARLATTI
Veröffentlichung: 3. Mai 2024
Julius Asal präsentiert seine erste Veröffentlichung bei Deutsche Grammophon: "Scriabin – Scarlatti". Das Album vereint die Musik zweier Komponisten, die nur selten in einem Atemzug genannt werden – der eine ein Russe, fasziniert von der Mystik und ihrem künstlerischen Ausdruck, der andere ein Neapolitaner, berühmt für die Lebendigkeit und Raffinesse seiner 555 Klaviersonaten.
In seiner traumgleichen Interpretation löst Julius Asal geschickt die Grenzen zwischen Werken, Epochen und Weltanschauungen auf. Er beschreibt seine künstlerische Vision: "In einem Traum ist alles möglich. Selbst scheinbar disparat erscheinende Elemente verschiedener Zeiten und unterschiedlicher Dichte können sich verbinden und eine Substanz formen, die zuvor nicht existierte."
Durch Asals zwei improvisatorische Transitions erscheinen die Komponisten als Reisende durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. "Vielleicht empfindet man beim Hören die Symmetrie zwischen dem Realen und dem Imaginären und spürt, wie die originalen Kompositionen durch die Kopplung und meine beiden Transitions über die Vorstellungskraft zusammengeführt werden."

Nikita Mndoyants
SA 19. September 2026,
17.00 Uhr
Veranstaltungsort
Aula, Kollegium Gambach, Freiburg
Kollegium Gambach (Gebäude D),
Av. Louis-Weck-Reynold 9, 1700 Fribourg
Schweiz
Das Kollegium Gambach entstand aus der ehemaligen « Ecole Supérieure pour jeunes filles », die im Jahr 1905 von der Kongretation der Ursu-linenschwestern gegründet wurde. Zwischen 2009 und 2012 wurden drei neue Schulbauten (B, C, D) errichtet. Das Hauptgebäude (A) wurde vollständig renoviert. Im September 2014 wurde das neue Kollegium Gambach eingeweiht.



